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Mehr Engagement für ökologische Nachhaltigkeit

Ökologische Nachhaltigkeit gleich ökonomische Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist schon lange kein Anliegen mehr von einigen wenigen „Ökos“, denen Umweltschutz über Komfort und Ästhetik geht. Nachhaltigkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ökologische Verantwortung wird als gesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen.
Wer sich als Unternehmer heute für Nachhaltigkeit nicht interessiert oder sich gar gegen sie stellt, wird nicht nur mit seinen Kunden, Schwierigkeiten bekommen; auch die Mitarbeiter legen verstärkt Wert darauf, in einem umweltfreundlichen Unternehmen zu arbeiten. Das gilt gerade für die Millenials.  Aktuelle Mitarbeiter fühlen sich bei einem nachhaltigen Unternehmen wohler, identifizieren sich stärker mit ihm. Sie haben das Gefühl an etwas Größerem mitzuarbeiten, das über die eigentliche Arbeit hinausgeht, und sind so bei dieser Arbeit engagierter.

Unternehmen können viel tun, wenn es um Nachhaltigkeit geht: Sie können Produkte benutzen, die wiederverwendbar oder schon wiederverwendet worden sind. Energieeffizientes Arbeiten und Heizen leistet einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit. Statt fossiler Rohstoffe sollte man auf erneuerbare Energiequellen zurückgreifen. Downcycling ist besser als einfaches Wegwerfen, Upcycling ist allerdings noch besser, weil es den Wert der verwendeten Materialien steigert. Zudem ist ökologische Nachhaltigkeit nicht nur an sich sinnvoll, sondern es lohnt sich auch wirtschaftlich.

Cradle to Cradle: nicht weniger konsumieren, sondern das Richtige

Neben den vielen kleinen Schritten, die man Richtung Green Office gehen kann und die fast alle ihre Berechtigung haben, sollte man das große Ganze im Blick haben.

Eines der entscheidenden Stichworte in der heutigen Nachhaltigkeitsdebatte ist „Cradle to Cradle“. Es wurde von dem amerikanischen Designer Wiliam McDonough und dem deutschen Chemiker und Verfahrenstechniker Michael Braungart entwickelt. Beide erhielten für ihre Arbeit dieses Jahr den prestigeträchtigen  WorldGBC David Gottfried Global Green Building Entrepreneurship Award. Cradle to Cradle („von der Wiege zur Wiege“) bedeutet: Produkte werden so gestaltet, dass sie nicht von der Wiege zur Bahre gelangen, also nach Verwendung auf dem Müllhaufen landen, sondern in Kreisläufe zurückkehren.

Das Cradle to Cradle-Prinzip konzentriert sich damit auf die qualitativen und nicht die quantitativen Aspekte des Umweltschutzes. Es will die Natur nicht durch Konsumreduktion schonen. Alle verwendeten Produkte sollen vielmehr Teil eines Stoffkreislaufes sein. Ziel ist also jegliche Verschwendung aus der Welt zu schaffen; jegliche heißt selbstverständlich auch: jegliche ökonomische. Denn Unternehmen werden durch Cradle to Cradle nicht nur ökologischer, sondern auch wirtschaftlicher, wie eine Studie von Trucost zeigt.

In Arbeitswelten kann man natürlich vor allem das Mobiliar schnell auf Cradle to Cradle umstellen. Unser Partner Steelcase ist in dieser Richtung Vorreiter. Mit 26 Zertifizierungen für insgesamt 56 Produkte hält Steelcase derzeit die meisten Zertifizierungen weltweit.

ökologische Nachhaltigkeit
Biophilic Design mit ökologisch nachhaltigen Teppichfliesen

Mission Zero®: ein Vorbild für alle Unternehmen

Einige Unternehmen haben sich dem nachhaltigen Wirtschaften voll und ganz verschrieben. Ray Anderson, der Gründer des nunmehr weltgrößten Teppichfliesenherstellers Interface, rief 1994 die Mission Zero® aus: jedwede Umweltbelastung durch das Unternehmen sollte bis 2020 auf null reduziert werde. Ray Anderson wollte ein Beispiel geben. Er ging von der simplen Erkenntnis aus, dass der Raubbau an der Natur schlimme Folgen zeigen werde: nicht nur für die Natur, sondern auch für den Menschen. Ein Pionier für ökologische Nachhaltigkeit. Interface ist dem Ziel der Mission Zero® bereits sehr nah gekommen: 100% der Energie stammt aus erneuerbaren Quellen, der CO2-Ausstoß ist um 90% Prozent gesunken, um 50% der verwendeten Stoffe bestehen aus recyceltem Material.

Echte Nachhaltigkeit statt Greenwashing

Auch Megaunternehmen wie Unilever haben ambitionierte Nachhaltigkeitsziele formuliert. 2012 ist Unilever mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie“ ausgezeichnet worden. Diese Vergabe hat auch Kritik hervorgerufen. Ob diese Kritik nun berechtig ist oder nicht, sie zeigt allemal, dass die Öffentlichkeit das Thema Nachhaltigkeit ernst und Greenwashing übel nimmt. Greenwashing bezeichnet scheinökologisches Verhalten, das regelmäßig dazu dienen soll, die Reputation des Unternehmens zu steigern. Das kann freilich nach hinten losgehen. Kunden, aber auch vermehrt Mitarbeiter bzw. potentielle Mitarbeiter wenden sich von Unternehmen ab, die ökologisches Engagement nur vorspiegeln. Denn auch beim Recruiting wird gelebte Nachhaltigkeit von Unternehmen immer wichtiger. Ein hohes Gehalt reicht nicht, um die besten Leute anzuziehen. Das Image muss stimmen. Und das Image muss der Wirklichkeit entsprechen. Dann spiegelt sich das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit auch in gesteigertem Engagement der Mitarbeiter wider. Eine Win-Win-Win Situation: Für Umwelt, Unternehmen und Mitarbeiter.

Doch die Nachhaltigkeit hat lange gebraucht, um sich in der deutschen Unternehmenswelt durchzusetzen. „Jetzt aber“, meint Michael Braungart, „wird auch hier endlich begriffen, dass Umwelt kein Luxus ist, sondern ein Wettbewerbsvorteil sein kann.“

Wenn Sie das Thema Nachhaltigkeit in Arbeitswelten begeistert, nehmen Sie gerne direkt Kontakt mit uns auf und besuchen Sie uns an einem unserer Standorte in Berlin, Krefeld oder München.

Living WorkPlace-Talk im Juni 2017Living WorkPlace-Hands On